Projekt: Bagrot in Pakistan

Mädchenschule Bagrot in Pakistan

Im abgelegenen Bagrot-Tal auf 3500m, im Karakorum-Gebirge, leben ca. 6500 Menschen. Die Infrastruktur ist wegen der schlecht zugänglichen Lage stark unter­entwickelt. Erst seit acht Jahren ist Bagrot zeitweise mit Strom versorgt. Der Haupterwerb der Bevölkerung ist Ackerbau und Viehzucht. Seit 1927 gab es im Bagrot-Tal Jungenschulen. Die Mädchen aber blieben ohne Schulbildung.

Warum eine Mädchenschule?

Erst 1992 wurde auf private Initiative hin eine Mädchenschule gegründet. Die Ethnologin Monika Schneid, die zwei Jahre im Bagrot-Tal, in dem Dorf Datuchi, gelebt und geforscht hatte, erkannte den Bildungsmangel unter den Mädchen und Frauen. Sie stellte einen ersten Lehrer zur Unterrichtung von 20 Mädchen in einem Privathaus ein. Weil die Zahl der Schülerinnen sehr schnell wuchs und weitere Lehrer und Lehrerinnen eingestellt werden mussten, übernahm das Forum Kinder in Not e. V. die Finanzierung der Personalkosten. Über 300 Schülerinnen sind heute an der Schule.

Wo in Pakistan liegt denn die Mädchenschule?

Das Bagrot Tal liegt im Karakorum-Gebirge im Norden von Pakistan in der Nähe zu China. In der Karte ist das als schmaler grüner Streifen erkennbare Tal im rechten oberen Quadrant zu finden. Gilgit (unten links) ist die nächstgelegene größere Stadt in der Region.

Nach fast 12 Jahren kam die staatliche Anerkennung der Mädchenschule

Die Mädchenschule wurde inzwischen für die Klassen 1-8 (Grund- und Mittelschule) vom Staat anerkannt. Im Jahr 2004 errichtete die pakistanische Schulbehörde zwei neue Schulgebäude mit acht Klassenzimmern und einem Lehrerzimmer. Bis dahin nutzten die Mädchen die Jungenschule für ihren Unterricht, was allerdings nur nachmittags möglich war, wenn die Jungen keinen Unterricht hatten. Mit dem Schulneubau hat der Staat ein wichtiges Zeichen für die Ausbildung von Mädchen gegeben. Inzwischen wurden auch Grundschulen in den Nachbardörfern auf Druck der Eltern hin eröffnet.

Allerdings wurde die „High-School“ noch nicht von der pakistanischen Schulbehörde übernommen. Die 9. und 10. Klasse mit ca. 55 Schülerinnen werden von privat bezahlten Lehrern unterrichtet. Ebenso die Lehrer der 11., 12. und 13. Klasse mit ca. 65 Schülerinnen. Angestrebt wird die Weiterführung zur 14. Klasse und eine Examensklasse.

Ein neues Gebäude erleichtert das Lernen

„Das Herz geht uns auf“, erklärte eine Lehrerin überglücklich, als sie über das neue Schulgebäude sprach. Im Mai sind die Schülerinnen nach jahrelang geduldetem Aufenthalt in der Jungenschule in die eigenen Räume umgezogen. Auf dem weitläufigen, unebenen Schulgelände in Hanglage haben die Schülerinnen erste Blumen gepflanzt.

Trotz der Erfolge ist weitere finanzielle Unterstützung nötig: 14 Lehrkräfte werden bis auf weiteres privat finanziert. 13 Lehrkräfte im Grundschulbereich werden vom Staat bezahlt.

Erfolgreiche und ambitionierte Absolventinnen der „High-School“ können ihr Examen in einem Intermediate College in Gilgit ablegen. Wegen der Entfernung und den politischen Unsicherheiten dort wird eine Examensklasse in Bagrot angestrebt.

Ein vielstimmiges Danke schön gilt allen Freundinnen und Freunden der privaten Mäd­chen­schule in Datuchi im Bagrot Tal (Nordpakistan), die nun langsam aus den Kinder­schuhen wächst.

Weitere Informationen

Monika Schneid besuchte wie in den vergangenen Jahren die Mädchenschule in Pakistan. Ihre Berichte sowie weitere Bilder aus dem Tal und der Schule können Sie »hier lesen und ansehen.

Im »Rückblick 1992-2017 fasst Monika die Entwicklung der Mädchenschule seit der Gründung zusammen.

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